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Was bewegt junge Künstler_innen? Fünf Fragen an die Nominierten für den Förderpreis für junge Kunst 2018

Andrea Zabric beim Auswählen ihrer Werke für die Ausstellung zum Förderpreis.

 

Der Kunstclub13 e. V. vergibt jedes Jahr einen Förderpreis für junge Kunst. Nominiert sind dieses Jahr: Lea Grebe, Lou Jaworski, Florian Lechner, Frauke Zabel und Andrea Zabric.

Die Künstler_innen könnten kaum unterschiedlicher sein: Während sich Frauke Zabel mit Performance- und Videokunst beschäftigt, experimentiert Andrea Zabric mit dem puren Pigment. Lea Grebe lässt aus toten Insekten filigrane Bronzegüsse entstehen, die sie in Laborsituationen präsentiert. Bei Florian Lechner steht der Raum im Vordergrund. Mit Licht und Schatten verbindet er den digitalen und realen Raum zu einer Skulptur. Lou Jaworski fertigt aus einem Ferrit-Magneten verschiedene Objekte.

 

Unter dem Motto Perspektiven präsentieren sie am 20. Juni aktuelle Arbeiten in der Halle der PLATFORM. Im Wettbewerb um den Förderpreis geben sie Einblicke in ihre Arbeitsweise und zukünftige Projekte. Am gleichen Abend bestimmt die Jury den oder die Preisträger_in.

 

Uns interessiert, was junge Künstler_innen in München bewegt und woher sie ihre Inspirationen nehmen. In fünf Fragen zeigen die Nominierten ihre Perspektiven:

1. Was inspiriert dich gerade?

Lea Grebe (LG): Spiralgallenläuse in Pappelbäumen.

Florian Lechner (FL): Neue Tools aus dem Technologiebereich zur Erfassung von räumlicher Struktur und Erzeugung von Bild- und Raummaterial, sowie die aktuellen Projekte und Formate als (Bild)räume.

Frauke Zabel (FZ): Der Begriff der Inspiration geht oft mit einer verklärten Vorstellung von Eingebung, welche von einem nicht weiter definierbarem „Göttlichen“ eingehaucht anstatt erarbeitet wird, einher. Ich würde vielmehr von Begriffen wie Notwendigkeit, Begehren aber auch Angst, Gier, Gewalt und Ungerechtigkeit sprechen, welche in der Lage sind unsere Realität historisch wie gegenwärtig abzubilden und Antrieb für Handlungen darstellen.

Andrea Zabric (AZ): Texte von Meša Selimović, ein großartiger Schriftsteller und Author.

 

2. Was darf in deinem Atelier nicht fehlen?

Lea Grebe beim Aufbau ihrer Installation zum Förderpreis.

LG: Alles ist wichtig in meinem Atelier – es funktioniert wie ein ganz eigenes Ökosystem.

FL: Die Ruhe zum künstlerischen Arbeiten und der Stromanschluss für WLAN, Laptop und Kaffeemaschine.

FZ: Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man ein Atelier hat und das ist für viele Menschen nicht selbstverständlich in einer Stadt wie München. Ich werde ab 2019 den Luxus haben ein städtisches Atelier für einige Jahre nutzen zu können.

AZ: Ein Sessel.

 

3. Wenn du nicht gerade im Atelier bist, wo in München findet man dich sonst?

LG: Im Nordteil des Englischen Gartens in meiner Hängematte.

FL: Meist auf dem Fahrrad oder im Westend.

FZ: Ich verbringe sehr viel Zeit, zusammen im meinen Kolleginnen Cana Bilir-Meier, Katja Kobolt und Gülbin Ünlü, mit der Organisation rund um das Lothringer13_Florida, einem städtischen Kunstraum, welchen wir als Komitee momentan zusammen betreiben.

AZ: Wahrscheinlich beim Spazieren durch die Stadt.

 

4. Dein_e Lieblingskünstler_in?

LG: Lucy Skaer, Franz Erhard Walther.

FL: Die Künstler der Minimal Art und aktuelle Positionen wie Katharina Grosse.

FZ: Für mich war und ist etwa die Beschäftigung mit feministisch künstlerischen Positionen der 60er/70er Jahre bis heute sehr relevant, welche nicht auf einen Namen zu verkürzen sind.

AZ: Es gibt viele talentierte Menschen, die ich bewundere und dessen Arbeit mich geprägt hat. Es fällt mir schwer einen Namen herauszuheben…es fängt bei Höhlenmalerei an und es kommen immer neue dazu.

 

5. Was würdest du mit dem Preisgeld machen?

LG: So banal es auch klingen mag, in neue Arbeiten investieren.

FL: In einen Pen Plotter investieren um meine grafischen Arbeiten weiter zu entwickeln.

FZ: Leben, ich plane einen erneuten Arbeits- und Rechercheaufenthalt in Brasilien, sowie eine noch nicht komplett finanzierte Publikation, zu dem Projekt zum „Theater der Unterdrückten“, an welchem ich seit einiger Zeit arbeite.

AZ: Mehr Pigmente kaufen, um weiter recherchieren und arbeiten zu können. Die Objekte wollen größer werden.

Florian Lechner, Raumskizze Galerie Thomas Modern, 2014 © VG Bild-Kunst Bonn.

Am Mittwoch, 20. Juni findet die öffentliche Preisverleihung und Eröffnung der Gruppenausstellung „Perspektiven“ zum Förderpreis 2018 um 18 Uhr in der Halle der PLATFORM statt. Die Ausstellung ist bis zum 4. Juli zu sehen.

Zur Finissage gibt es einen Gesprächsabend bei Oliven und Wein: Um 19 Uhr treffen die Nominierten mit Expert_innen aus der Kunst- und Kulturszene zusammen und sprechen über Erfahrungen, Perspektiven und Herausforderungen für junge Künstler_innen in München.

Geschrieben am 18.06.2018 von Kunst
Themenbereich(e): Blog
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