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Quo Vadis Digital Art – Wir gehen mit!

Unsere Veranstaltung „Kunst und digitale Welten“ war ein voller Erfolg: Gäste aus Theorie und Praxis und ein interessiertes Publikum spürten den Verflechtungen von Kunst und digitalen Technologien nach. Anhand von aktuellen Projekten zeigten Künstler_innen, Blogger_innen und Kunsthistoriker_innen was möglich ist, was bereits gemacht wird und was noch ferne Zukunftsmusik ist. Neben konkreten Kunstprojekten ging es dabei auch um das große Feld der Kulturvermittlung.

Anika Meier stellt @taas vor

Anika Meier stellte Instagram und ihre individuelle Nutzungsweise vor. Um einen Kontrapunkt zu den allgegenwärtigen Sonnenuntergängen, der „Lifestyle-Oase“ und „Filter-Hölle“ zu setzen hat sie nicht nur eigene Hashtags in Umlauf gebracht, sondern auch das Kollektiv this ain’t art School gegründet. Ein Projekt, bei dem sie gemeinsam mit ihrem Mitstreiter Jorg Sengers ihren Followern jeden Monat eine Aufgabe stellt, die von bekannten Fotografen wie Jürgen Teller oder Saul Leitner inspiriert ist, und die die Community vor die Herausforderung stellt, ein Bild zu schießen, das den Stil des jeweiligen Künstlers aufgreift und neu interpretiert. Ihr Hauptanliegen bei diesem Projekt ist, so Anika Meier „neben Spaß und Teilhabe auch die Vermittlung der Fotografie. So lernen die Teilnehmer_innen jeden Monat die Arbeit neuer Fotograf_innen kennen, recherchieren sie oder kaufen sich sogar deren Bildbände oder gehen in ihre Ausstellungen.“

Tanja Praske über ihren Tweetwalk #Lustwandeln

Dieser Vermittlungsgedanke beschäftigt auch Tanja Praske. Sie arbeitet seit Jahren in der digitalen Kulturvermittlung und wurde diesen Sommer an die LMU berufen, um genau darüber eine Lehrübung abzuhalten. Sie betonte die Relevanz digitaler Hilfsmittel, die in der Vermittlungsarbeit eingesetzt werden müssten, von neuen Möglichkeiten und Formaten, die sich dadurch auftun, aber auch von Herausforderungen, die sich dabei ergeben. Oft sei es schwierig, Kulturinstitutionen zu überzeugen, dass digitale Inklusion für sie immer wichtiger werde. Aber nach der ersten Skepsis seien sie oft mit Feuereifer dabei, wie auch ihr neuster Tweetup #Lustwandeln zeigt. Dort organisierte sie eine exklusive Führung für Instagrammer, Twitterati und Blogger im Schloss Schleißheim. Ziel dabei war die Bekanntheit des barocken Schlosses zu steigern und zu zeigen, dass es sich nicht hinter Nymphenburg zu verstecken braucht.

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Dietmar Lupfer und sein Projekt Crash Test Dummy

Dietmar Lupfer, Geschäftsführer des Muffatwerks, beschäftigt sich ebenfalls schon lange mit dem Aufzeigen versteckter Mechanismen in der Beziehung des Menschen zum Digitalen. Anhand unterschiedlicher Projekte erläuterte er, wie sehr die digitale Technologie sich inzwischen in unser Leben geschlichen hat. Schon 2005/2006 organisierte er mit verschiedenen Künstlern das Projekt Crash Test Dummy, das den Kontrollverlust über die Technik thematisierte. Er arbeitet auch mit dem Roboter-Künstler Chico MacMurtrie zusammen, dessen erste große Retrospektive der Serie Inflatable Architectural Bodies im September in der Muffathalle zu sehen war. Die Symbiose zwischen Mensch und Maschine, und wie Roboter mit Emotionen aufgeladen und „menschlich“ werden, war zentrales Thema dieser Ausstellung.

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Patrik Thomas und Sandra Zech vom about reality collectiv zeigen uns ihre Arbeit

Das Künstlerkollektiv about reality spielt ebenfalls mit den Grenzen zwischen Realität und Virtualität. Es experimentiert mit dem Verlust von Kontrolle, indem es die Zuschauer_innen und Performer_innen durch ein faszinierendes Theaterstück führt. Mit einer virtuellen Brille ausgestattet wird der/die jeweilige Protagonist_in dazu aufgefordert, dem aus der Egoperspektive gedrehten Film im Inneren der Brille physisch zu folgen. Mit langsamen Bewegungen – den Bewegungen der „Ich-Perspektive“ im Film folgend – werden die Freiwilligen durch den tatsächlichen Raum geführt. Der so zum/zur Performer_in gewordene Zuschauer_in befindet sich in der paradoxen Situation zwischen realer Blindheit und virtuellem Sehen. Während er/sie ein persönliches Theater hautnah miterlebt, bietet sich den Außenstehenden das irritierende Bild eines/einer mit Umhang und Brille verkleideten Protagonist_in, der/die langsam über die Bühne taumelt.

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Daniel Kluge (links) und Mirko Hecktor (rechts) erläutern, was sie mit KI und Tanz vorhaben

Mit Bewegung beschäftigen sich auch Mirko Hektor – DJ, Autor und Musikproduzent – und der Medienkünstler Daniel Kluge. Sie gaben Einblicke in ihren aktuellen künstlerischen Forschungsprozess, bei dem sie das Spannungsfeld von Mensch vs. Künstliche Intelligenz ausloten. Ihre Projekte erforschen die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine – Körperhaltungen werden auf virtuell animierte Körper transferiert, Tänzer erzeugen mit ihren Bewegungen Sound und Licht. Ihr neuestes Projekt ROBOTA – in Kooperation mit Prof. Florian Röhrbein vom Institut für Robotertechnik der TU München – will künstliche Intelligenz mit Tanz verbinden und so einen Dialog zwischen Mensch und Maschine ermöglichen. Wann das Projekt voraussichtlich fertig sei? „Wenn wir die Künstliche Intelligenz erfunden haben!“

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Leonhardt Rothmoser und Björn-Achim Schmidt vor und hinter ihren Arbeiten

Abschluss der Präsentation bildete das Künstlerduo leo&björn, deren Arbeiten als einzige ganz physisch anwesend waren an diesem Abend. Ihre Werke sind geprägt vom Changieren zwischen digitaler und realer Welt, physischen und virtuellen Objekten. Mittels eines Spiegels ließ Leo das Publikum auf den Screen im Inneren einer Betonvase blicken, in dem ein kleiner Mensch in einem Reifen auf und ab dümpelt. Beim Betrachten des Herzstücks der Ausstellung – eine animierte Draufsicht der PLATFORM samt Stuhlreihen und Ausstellung – wurde man noch einmal darauf gestoßen, dass wir uns längst nicht mehr nur HIER befinden, sondern permanent irgendwo zwischen analoger und digitaler Welt hin und her pendeln.

Alle Fotos in diesem Beitrag: Tilman Haerdle für PLATFORM

 

 

 

 

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Bringt die digitale Zukunft wirklich die Verheißung?

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Die Werke von leo&björn fanden viel Zuspruch bei unseren Gästen

 

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Die Künstler vom about reality collective im Gespräch

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Gespannte Gäste in unserer gut gefüllten Halle

 

 

 

Geschrieben am 27.10.2016 von Matthieu Chladek
Themenbereich(e): Blog, Schlaglicht
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