Willkommen bei Platform München.
Der von Ihnen genutzte Browser ist veraltet und möglicherweise unsicher. Laden Sie sich hier einen aktuellen Browser, um die Seite anzuzeigen: browsehappy.com
Menü Menü schliessen

Förderpreis für junge Kunst 2018: Frauke Zabel gewinnt

Der Förderpreis für junge Kunst des Kunstclub13 e.V geht dieses Jahr an Frauke Zabel. Die Künstlerin, die im Bereich der Performance- und Videokunst arbeitet, erhält ein Preisgeld von 3.500 Euro. Sie untersucht, wie sich Bedeutung und Verlangen nach revolutionären Techniken durch Übertragung in andere Kulturräume sowie durch die Konfrontation mit einem anderen Publikum verändern. Lea Grebe ist Gewinnerin des Publikumspreises. Sie entwickelte ein aufwendiges, technisch anspruchsvolles Verfahren, um filigrane Bronzegüsse von Insekten anfertigen zu können. Gestiftet wird der mit 500 Euro dotierte Publikumspreis von Andreas Wiede-Kurz (Wiede-Fabrik).

 

Von links nach rechts: Andrea Zabric, Lou Jaworski, Lea Grebe (Publikumspreis), Florian Lechner, Frauke Zabel (Jurypreis); Foto: Alescha T. Birkenholz.

Frauke Zabel überzeugt durch künstlerische Forschung

„Frauke Zabel setzt im besten Sinne um, was man unter künstlerischer Forschung versteht und überzeugte die Jury mit ihrer Neugier und dem Enthusiasmus, mit dem sie ihre Projekte verfolgt“, so die Begründung der Fachjury bestehend aus den Professoren Burcu Dogramaci (LMU) und Florian Matzner (Akademie der Bildenden Künste München), Dr. Cornelia Gockel, Kuratorin für Medienkunst der Sammlung Goetz sowie der Kunstberaterin Anja Kaehny und dem Sammler Uli Kopp.

Foto: Alescha T. Birkenholz.

Die Preisträgerin Frauke Zabel setzt sich intensiv mit kulturellen Techniken des Widerstands auseinander. Als Ausgangspunkt für ihre jüngsten Arbeiten dienen die Theaterpraktiken des brasilianischen Theatermachers und -theoretikers Augusto Boal. Seine Methode des Theaters der Unterdrückten entstand in den 60er- und 70er-Jahren aus dem Begehren nach einem eigenen nationalen brasilianischen Theater. Es verstand sich als Abkehr vom dominanten europäischen Theater und zielte auf die politische Bewusstseinsbildung der Zuschauenden. Ins Exil gezwungen, brachte Boal diesen revolutionären Entwurf nach Europa. Dort praktiziert, entwickelte sich diese vormals widerständige Praktik zu Methoden, die heute vielmehr im Gebiet des Therapeutischen Theaters angewendet werden. In der Auseinandersetzung mit einer kulturellen und politischen Technik, die sich in einem Land mit kolonialer Vergangenheit entwickelte, berücksichtigt Frauke Zabel entsprechend auch ihre Rolle als europäische Künstlerin. Unterschiedliche Formen des Reenactments sind dabei eine sich wiederholende Technik in ihren Arbeiten: Die Wiederaufführung historischer Ereignisse fungiert als kulturelle Zeitmaschine und holt das Vergangene in Zeit und Raum der Gegenwart. Die Differenz zwischen historischem Original und Wiederholung verleiht ihren Arbeiten eine ästhetische Kraft und ein kritisches Potenzial. Diese schafft Raum, die Risiken, Chancen und Probleme aktueller gesellschaftlicher Bewegungen vor geschichtlichem Hintergrund neu zu verhandeln. Das Preisgeld nutzt die Künstlerin für einen erneuten Arbeits- und Rechercheaufenthalt in Brasilien sowie für eine Publikation zu ihrer Annäherung an das Theater der Unterdrückten, an welcher sie seit einiger Zeit arbeitet.

Geschrieben am 09.07.2018 von Kunst
Themenbereich(e): Blog
Tag(s): , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

MBQ
Blog